NS-Dokumentationszentrum
Das NS-DOK ist der zentrale Ort für die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Köln und Umgebung. Sitz des NS-DOK ist die ehemalige Gestapo-Zentrale im EL-DE-Haus. In den Gefängniszellen im Keller führen hunderte Inschriften der Häftlinge den nationalsozialistischen Terror vor Augen.
Impressionen aus dem Museum
Besuchsinformationen
0221 221-26332
nsdok@stadt-koeln.de
Dienstag – Freitag 10 – 18 Uhr
Samstag – Sonntag 11 – 18 Uhr
An Feiertagen geöffnet wie sonntags
Geschlossen an Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr
Dauerausstellung und Sonderausstellung Erwachsene 4,50 €
ermäßigt 2 €
freier Eintritt für Kölner Kinder bis 18 Jahre, alle Schüler*innen (inkl. 2 Begleitpersonen je Klasse), KölnPass-Inhaber*innen
Schwerbehinderte zahlen 50% des regulären Eintrittspreises. Eine Begleitperson erhält kostenlosen Eintritt, sofern im Behindertenausweis der Buchstabe B vermerkt ist. Der Schwerbehindertenausweis ist an der Museumskasse zur Gewährung des ermäßigten Eintrittes vorzulegen.
Appellhofplatz 23–25
50667 Köln
Website: www.nsdok.de
Facebook: https://www.facebook.com/ns.dokumentationszentrum.koeln
Instagram: https://www.instagram.com/ns_dok/
Museumsshop
Verkauf von Publikationen an der Kasse des Museums
Förderverein
Verein EL-DE-Haus – Förderverein des NS-Dokumentationszentrums
Anfahrt & Vekehrsanbindung
Öffentliche Verkehrsmittel
Bahn, S-Bahn: Hauptbahnhof (5 bis 10 Minuten Fußweg)
U-Bahn: Appellhofplatz
Parken
Oper-Ladenstadt / DuMont-Carré
Das NS-Dokumentationszentrum befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude, das nicht gänzlich barrierefrei gestaltet werden kann. Infos zur Barrierefreiheit im NS-DOK erhalten Sie auf der Website.
Der lange Weg in die Öffentlichkeit
Obwohl das EL-DE-Haus in der Kölner Innenstadt liegt, hat es den Krieg fast unbeschädigt überdauert, während die meisten umliegenden Gebäude bei Bombenangriffen zerstört wurden. Nach 1945 zogen städtische Ämter in die Büroräume ein. Die Gefängniszellen im Keller wurden als Aktenlager genutzt. Nicht selten kam es vor, dass Menschen, die im EL-DE-Haus während der Zeit des Nationalsozialismus verhört und gefoltert worden waren, in der Nachkriegszeit hier heiraten oder ihren Rentenantrag einreichen mussten.
Die Geschichte des Hauses wurde bis in die 1970er Jahre ignoriert und geriet fast in Vergessenheit – bis zivilgesellschaftliche Proteste die Öffentlichkeit und die Stadt dazu drängten, sich mit dieser Vergangenheit auseinanderzusetzen. 1979 wurde auf Beschluss des Stadtrats eine Gedenkstätte eingerichtet. Aber erst 1987 kam es zur Gründung eines Dokumentationszentrums im historischen Gebäude, in den 1990er Jahren wurde die Dauerausstellung entwickelt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Einrichtung schrittweise räumlich erweitert und personell verstärkt. Seit 2019 wird das EL-DE-Haus ausschließlich durch das NS-DOK genutzt – auch und vor allem dank des anhaltenden zivilgesellschaftlichen Engagements, das den Stein in den 1970er Jahren ins Rollen gebracht hatte.
Einzigartige Zeugnisse: Inschriften der Gefangenen
Zahlreiche Inschriften und Zeichnungen der ehemaligen Gefangenen sind an den Wänden der Zellen im Keller des EL-DE-Hauses erhalten geblieben und zeugen von der Brutalität der Gestapo und den unmenschlichen Haftbedingungen.
In den 1980er Jahren zählten Restaurator*innen etwa 1.800 Inschriften und Zeichnungen, die aus der Zeit von 1943 bis 1945 stammen. 1943 waren die Gefängniszellen nach einem Bombenschaden neu gestrichen worden, wodurch ältere Inschriften überdeckt wurden. Die Häftlinge schrieben mit Bleistift, Kreide- und Kohlestücken sowie Lippenstift Nachrichten an die Wände, andere haben dort mit Eisennägeln, Schrauben oder Fingernägeln ihre Gedanken eingeritzt.
Die Inschriften zeugen von Schwerpunkten der Verfolgung durch die Gestapo in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, die sich vor allem gegen die vielen ausländischen Zwangsarbeiter*innen in Köln richtete: Über ein Drittel der Inschriften ist in kyrillischer Schrift verfasst, weitere 230 sind vor allem in französischer, polnischer und niederländischer Sprache geschrieben. Den politischen Widerstand der ersten Jahre der Diktatur hatten die Nationalsozialist*innen mit brutalem Vorgehen weitgehend gebrochen. Die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung war bereits deportiert worden oder geflohen.
Ausstellungen im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Aktuelle Pressemitteilungen
Intervention! Wie erzählen wir NS-Geschichte heute? – Ausstellungsprojekt baut Brücke zur geplanten Neugestaltung der Dauerausstellung im NS-DOK
NS-Dokumentationszentrum | Ab 21. Januar 2025
Presseinformation
Als das NS-DOK 1997 seine Dauerausstellung eröffnete, war ein Meilenstein erreicht: Anhand einer Fülle von Belegen räumte die Ausstellung mit dem weit verbreiteten Mythos auf, die Kölner*innen hätten dem Nationalsozialismus mehrheitlich ablehnend gegenübergestanden.
Seitdem sind drei Jahrzehnte vergangen – und die Dauerausstellung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln zählt zu den ältesten bundesweit. Doch nicht nur das Wissen um die NS-Geschichte und deren Vermittlung haben sich weiterentwickelt, auch die Erwartungen an einen Ausstellungsbesuch haben sich verändert – und nicht zuletzt auch die Perspektiven des Teams im NS-DOK.
Um darauf zu reagieren, nutzt das NS-DOK das Mittel der Intervention, um aktuelle Perspektiven einzubringen und mit Besucher*innen ins Gespräch zu kommen. Sie ist das Abschlussprojekt der Volontärin Janne Grashoff und wurde von ihr gemeinsam mit der Kuratorin des Hauses, Dr. Hanne Leßau, und Direktor Dr. Henning Borggräfe umgesetzt. Die Intervention wird bis zur Fertigstellung der neuen Dauerausstellung auf den Flächen der bestehenden Präsentation gezeigt und wird am 20. Januar 2026 um 19 Uhr am Appellhofplatz eröffnet – unter anderem mit einem Podiumsgespräch mit Janne Grashoff und Hanne Leßau über die Werdung des Projektes.
Ausgangspunkte der Intervention sind einzelne Exponate, Texte oder Präsentationsformen, die heute kritisch gesehen werden können. Gemeinsam mit den Besucher*innen sollen so exemplarisch allgemeinere Fragen diskutiert werden, die sich aktuell beim Ausstellen von NS-Geschichte stellen: etwa zum Umgang mit propagandistischen Quellen oder mit dem historischen Ort, aber auch an Stellen, wo in der Ausstellung Stereotype bedient – oder gerade junge Besucher*innen ohne Vorwarnung mit extremen Gewaltdarstellungen konfrontiert werden. Möglich wird das durch QR-Codes, die die Besucher*innen über ihre Smartphones scannen, um dann an zwölf Stationen Informationen u.a. über den aktuellen Stand der NS-Forschung und Diskussionen des Ausstellungsmachens zu erhalten. Die Besucher*innen sind zugleich eingeladen, ihre eigenen Positionen einzubringen. Dank farbiger Stoffbanner, die von der Decke hängen, ist schon von Weitem zu erkennen, wo das Haus ein Thema neu bewertet.
Die Intervention stellt den Auftakt des vom Rat der Stadt Köln im Mai 2025 beschlossenen Umgestaltungsprozesses des NS-DOK dar.
