Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung
Das ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung ist ein wissenschaftliches Institut der Universität zu Köln und widmet sich der Archivierung, Aufbereitung, kritisch-reflektierenden Erforschung und Vermittlung der Historie, Strukturen, Kontexte und Entwicklungen internationaler Kunstsysteme.
Besuchsinformationen
0221 470-89230
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Im Mediapark 7
50670 Köln
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Instagram: @zadik_koeln
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Öffentliche Verkehrsmittel:
U-Bahn "Christophstraße/ Mediapark"; S-Bahn, U-Bahn: "Hansaring" (5-10 Minuten Fußweg)
Parken
Parkhaus Cinedom
Der Eintritt ist frei.
Die Ausstellungsräume sind für Personen mit körperlichen Behinderungen und Rollstuhlfahrer vollständig zugänglich.
Montag – Freitag 10 – 16 Uhr und nach Vereinbarung
Samstag, Sonntag und an Feiertagen geschlossen
Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung
Das ZADIK | Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung, gegründet 1992, ist seit 2020 ein wissenschaftliches Institut der Universität zu Köln. Als weltweit erstes Spezialarchiv zur Geschichte des Kunstmarktes archiviert, erforscht und vermittelt es dessen Historie und Entwicklung. Dass dabei das Rheinland und vor allem Köln eine besondere Rolle spielen, belegen die umfangreichen Archivbestände im ZADIK – über 170 an der Zahl, von Galerist*innen über Kunstkritiker*innen, Kurator*innen und andere prägende Persönlichkeiten des Marktes für zeitgenössische Kunst – vom beginnenden 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Durch interdisziplinäre Forschung, weltweite Kooperationen und zeitgemäße Vermittlungskonzepte will sich das ZADIK in Zukunft – wissbegierig wie eh und je – zum internationalen Kompetenzzentrum zur Kunstmarktdokumentation und -forschung entwickeln.
»Das ZADIK ist ein Ort der Neugier, um mehr über die Hintergründe und Kontexte zur Entstehung von Kunst zu erfahren. Für mich ist jede Archivbox, in die ich zum ersten Mal hineinsehe, ein Highlight, denn man wird immer wieder von der Vielfalt und Einzigartigkeit der Dokumente überrascht. Und die Freude wächst, wenn man sie mit anderen teilen kann, also die Archivalien für die Öffentlichkeit ans Licht bringt.«
- Prof. Dr. Nadine Oberste-Hetbleck, Archivdirektorin
Der Kunstmarkt ist männlich. Wirklich?
Werke von Pablo Picasso, Andy Warhol, Gerhard Richter oder Damien Hirst wechseln für immer atemberaubendere Summen den Besitzer. Die Schallgrenze von 100 Millionen Dollar ist längst durchbrochen. Künstlerinnen sind da weit preiswerter zu haben – selbst eine weibliche Ikone wie Frida Kahlo. Deren höchstdotiertes Gemälde brachte es 2016 bei Christie’s auf acht Millionen. Manche werden erst nach ihrem Ableben oder im Rentenalter entdeckt – Louise Bourgeois war 80, als ihre gigantischen Spinnenskulpturen erstmals auf Gegenliebe stießen. Was für die Benachteiligung von Frau en allgemein gilt, zeigt sich im Kunstmarkt besonders krass: Die Werke von Künstlerinnen werden noch immer deutlich weniger wahrgenommen und gekauft, ein Auftritt in Galerien und Museen bleibt ihnen häufiger verwehrt als den männlichen Kollegen. Mit dem aktuellen, interdisziplinären Forschungs- und Vermittlungsprojekt »Women in the Art Market« rückt das ZADIK die Rolle der Akteurinnen im Kunstmarkt in den Fokus. Erforscht werden nicht nur Gründe für die Diskriminierung, das Projekt beleuchtet auch erfolgreiche Strategien und Netzwerke von Frauen im Kunstbereich – von der Galeristin und Sammlerin bis zur Kuratorin und Kulturjournalistin. Seit Kurzem entsteht in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Stuttgart ein projektbegleitender Internetblog, der die Thematik kritisch reflektiert und diskutiert: witam.hypotheses.org
Kunst. Markt. Geschichten.
Als Kunst in Köln die Gemüter erhitzte: Fünf bewegte Jahre lang sorgte der Journalist Helmut Rywelski mit seiner Galerie art intermedia für Furore – mit Joseph Beuys’ avantgardistischen Aktionen, Ausstellungen des Bildhauers Ansgar Nierhoff und Dieter Roths »Schimmel- und Verfallskunst«. Prominentestes Relikt der Ära Rywelski: Wolf Vostells »Ruhen der Verkehr«, ein in Beton gegossener Opel Kapitän, der – dauergeparkt am Hohenzollernring –, feiernden Fußballfans schon mal als Partybühne dient. Zum »Kunstmarkt 70« in der ehemaligen Kölner Kunsthalle an der Cäcilienstraße platzt dem bekennenden Progressiven Rywelski der Kragen: Dessen »Verkaufsmonopol« und die »massive Kunstzensur« will er sich nicht bieten lassen. Das lässt die Kunststadt nicht auf sich sitzen: »Die Stadtväter von Köln«, schreibt DIE ZEIT im Oktober 1970, »die es gewohnt sind, bis an den Rand ihrer finanziellen und nervlichen Reserven zu gehen, um jedem zu dem zu verhelfen, was er für sein Recht hält«, etablieren daraufhin einen Gegenentwurf, den »Neumarkt der Künste«, »für die, die nicht in der Kunsthalle mitmachen konnten oder wollten«. Auf Basis des reichhaltigen Rywelski-Archivs entwickelte das ZADIK die Ausstellung »5 Jahre Avantgarde: Hel mut Rywelskis art intermedia, Köln 1967–1972«. Sie wurde 2021 auf der ART COLOGNE gezeigt. Zu bestaunen waren die Forschungsergebnisse des ZADIK zuvor schon in »THE KÖLN SHOW«(2018) über die Netzwerke der Avantgarde-Galerien in den 90er Jahren. Als nach dem Mauerfall die Kunstmetropole Köln vom Goldrausch in die Sinnkrise rutschte und doch in Übersee und von Künstlern wie Josef Strau als »best place to be« gefeiert wurde. Oder 2016, als sich das ZADIK in der Ausstellung »ART COLOGNE 1967 – 2016« auf Zeitreise zur Mutter aller Messen für moderne und zeitgenössische Kunst begab. Jener Erfolgsgeschichte, die 1967 mit dem vom Galeristen Rywelski kritisierten »Kunstmarkt« begann.
Liebling
»Ich geh’ mich mal frisch machen«, das war bei Wolfgang Hahn (1928– 1987) gleichbedeutend mit »Kunst gucken gehen«. Denn das Gäste-WC seines Lindenthaler Hauses nutzte der Kölner Sammler und langjährige Chefrestaurator am Wallraf-Richartz-Museum als Kunstkabinett. Auf knapp anderthalb Quadratmetern traf man hier auf seine Weggefährten und die Größen der avantgardistischen Aktions- und Objektkunst: Beuys, Vostell, Christo, Penck, Katz, Rauschenberg und Segal, um nur einige zu nennen. In Form von Fotos, Geschenken und Erinnerungsstücken, größtenteils mit persönlicher Widmung »an das liebe Hähnchen« (Spoerri). Für viele der auf dem stillen Örtchen Verewigten war Hahn mehr als ein Förderer, er wurde ein Freund fürs Leben. Das WC-Kabinett befindet sich heute in der Sammlung des ZADIK, wo es für Präsentationen rekonstruiert werden konnte.