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  5. Mackes Farbwelt

Mackes Farbwelt

August Macke, Hutgeschäft an der Promenade, 1914, Aquarell über Bleistift auf Papier, 51,5 x 73 cm, Museum Ludwig, Köln, Graphische Sammlung, ML/Z 1947/001
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Das Aquarell »Hutladen an der Promenade« entsteht 1914, zur Hochzeit des Blauen Reiters. Mit seiner melancholischen Stimmung, seiner gebrochenen Komposition und der Vielfalt an Farben ist es ein typisches Bild von August Macke aus der Zeit.

Die abgedunkelte Farbskala sowie die Gesichtslosigkeit der Dargestellten vermitteln eine gewisse Bedrückung. Durch die Kontrastierung von Licht- und Schattenzonen verbreitet sich die flirrende Atmosphäre eines lauwarmen Spätsommertages. Macke verbindet hier das Thema der Promenade mit dem der sich in Großstädten formierenden Modebranche. Geschäftig laufen die Figuren die Straße entlang, betrachten Auslagen in den Schaufenstern und sitzen lesend auf einer Bank. Ganz dem Diesseits verschrieben, zeichnet Macke ein Bild der alltäglichen, bürgerlichen Gegebenheiten, des modernen Lebens, in dem Menschen statt Individuen, gesichtslose Figuren geworden sind. Das Bild ist also ebenso Ausdruck einer neuen Gesellschaft, wie der neuen Kunstauffassung. Die Anbindung an die Realität ist ein Kennzeichen, das Macke stark von seinen Künstlerkollegen des Blauen Reiter unterscheidet.

Farben so hell und klar

Im Gegensatz beispielsweise zu Kandinsky lädt Macke den Wert der Farbe nicht metaphyisch auf, versucht nicht, ihr abstrakte Bedeutung zukommen zu lassen. So schreibt Marc 1914 in seinem Nachruf über Macke: »Er hat von uns allen den Farben den hellsten und reinsten Klang gegeben, so klar und hell wie sein ganzes Wesen war« und beschreibt damit die den Arbeiten Mackes innewohnende Klarheit, Ordnung und Harmonie. Die entscheidende Anregung, nachdem sich Macke mit dem Kubismus und Futurismus auseinandergesetzt und die Arbeiten Munchs kennengelernt hat, verdankt er jedoch Robert Delaunay, den er 1912 mit Marc in Paris besucht.

Vor allem begeistern ihn die »Fenster-Bilder«, in denen die transparenten facettenartigen Flächen als reine Farbe strahlen. Doch bereits vor der gemeinsamen Reise ist die Befreiung der Farbe von ihrem Gegenstand das Hauptanliegen des Künstlers - nicht umsonst spricht Marc seinen Freund in einem Brief mit »August Vonderfarbe« an. In diesem einen Wort ist das künstlerische Anliegen August Mackes am treffendsten formuliert. Der Künstler denkt nicht mehr vom Gegenstand, sondern allein von der Farbe. Das Aquarell »Hutladen an der Promenade« legt Zeugnis von dieser einmaligen Haltung ab.

 

Th. Nisters

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Index

Jahrhundert
20. Jh.
Institut
Museum Ludwig
Künstler*in
August Macke
Gattung
Malerei
Motivik
Stadtleben
Autor*in
Th. Nisters

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