Neugier erwünscht

Das Gedächtnis der Stadt hat ein neues Zuhause

Köln. Das ist eine lange Geschichte! Wer sich in Zukunft dafür interessiert, kommt an der neuen Heimat des Historischen Archivs und Rheinischen Bildarchivs am Eifelwall nicht vorbei: Hier wird das Gedächtnis der Stadt bewahrt. Hier lässt sich jeder Winkel von Deutschlands ältester Metropole ausleuchten, jedes wichtige Ereignis nachverfolgen. Die Besucher*innen erwarten über 1100 Jahre gesammelter Vergangenheit, sorgsam geordnet auf über 50 Regalkilometern und in 460 Planschränken mit Dokumenten und Archivgut. Dazu kommen nochmals 2,2 Regalkilometer Lagerfläche für das Rheinische Bildarchiv und seine fotografischen Schätze.

Architektenentwurf des Rheinische Bildarchivs zeigt einen hellen raum mit vielen Arbeitsplätzen.

Foto: RBA Köln, Michael Albers, Entwurf: waechter+waechter Architekten BDA

Für historisch Interessierte stehen im Lesesaal des Archivs (nach Anmeldung) insgesamt 45 Arbeitsplätze bereit. Denn man versteht sich nicht nur als Ort des Sammelns und Forschens, sondern als Archiv und Dienstleister für die Bürger*innen dieser Stadt. Egal, ob die mehr über die Geschichte ihrer Vorfahren, ihrer Veedel oder Wohnhäuser wissen möchten oder über die historische Rolle Kölns, auf nationaler oder internationaler Bühne.

Hier geht’s lang – diese Treppe führt direkt zum Lesesaal. Und der ist nur eines von vielen baulichen Highlights, mit denen »Europas modernstes kommunales Archiv« punktet. Dazu gehört der Mantelbau mit drei Geschossen und transparenter Lamellenfassade, die bei jedem Licht anders wirkt. Besonders stolz ist man auf das sogenannte Schatzhaus, zuständig für den Schutz der kostbaren und empfindlichen Archivalien. Darin sorgt ein ausgeklügeltes Konzept mit neun Klimazonen dafür, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit sich den verschiedenen Archivalien und ihren Erfordernissen anpassen. Ob Urkunden aus dem Mittelalter, preußische Verwaltungsakten, Notenblätter oder Fotografien. Jede Art von Dokument bekommt das Klima, das es braucht.

Text: Rüdiger Müller