»Museum?! Wo denn?« Viele, die hier grillen, chillen und joggen, reagieren verdutzt. Tatsächlich – der Bau des 1977 eröffneten Museums für Ostasiatische Kunst in unmittelbarer Nachbarschaft will nicht prahlen oder protzen, sich eher nach dem Willen seines japanischen Baumeisters Kunio Maekawa (1905–1986) dezent und harmonisch in die Parklandschaft des Aachener Weihers einfügen. So unaufdringlich, dass man ihn schon mal übersehen kann.
Bereits erste Skizzen Maekawas aus den 1960er-Jahren machen klar: Der eher monotonen, rechteckigen Form des in den 1930er-Jahren künstlich angelegten Aachener Weihers will der Architekt ein deutliches Statement entgegensetzen: ein Ensemble, zwar streng geometrisch in der Form, aber bestehend aus reduzierten, verspielt ineinander verschachtelten Pavillons. Leichtigkeit gehört zu Maekawas Philosophie. Offene, helle Räume dominieren, von überall her hat man eine gute Sicht nach draußen, von draußen wiederum nach drinnen. Die Grenzen zwischen Natur und Museumsbau scheinen zu verschwimmen.
Der Bewunderer und spätere Schüler Le Corbusiers – zwei Jahre arbeitete er im Pariser Büro des berühmten Architekten – versteht das Bauen als etwas Künstlerisches, Poetisches und vor allen Dingen sehr Humanes. In einem Interview zur Eröffnung des Kölner Museums für Ostasiatische Kunst beklagt Maekawa: »In unserer Zeit bauen die Architekten Häuser für die Menschen, die sie im Grunde nicht lieben.«
Das Museum für Ostasiatische Kunst beherbergt eine der umfangreichsten und bedeutendsten Sammlungen chinesischer, koreanischer und japanischer Kunst in Deutschland.