Ein besonderes Angebot der Museumsschule Köln geht noch einen Schritt weiter: Auf Skizzen oder persönliche Notizen folgt die Anregung, einzelne Bildelemente nachzubauen. Aus stabiler Pappe eines Schuhkartons, am besten weiß und bemalbar. Der Effekt: Aus dem 2D-Kunstwerk entwickelt sich eine persönliche 3D-Version. Dabei arbeiten die Schüler*innen mit beweglichen Teilen, die frei arrangiert werden können – zweidimensionale Bildelemente werden in ein variables, dreidimensionales Vokabular übersetzt.
Seitliche Gucklöcher im Karton ermöglichen außergewöhnliche Perspektiven: Die Unterseite wird zum Boden eines fiktiven Ausstellungsraums, zum »Spielraum« mit beeindruckender Innenwirkung. Diese Arrangements lassen sich mithilfe der Smartphone- oder klassischen Taschenlampe theatralisch inszenieren und durch Gucklöcher in den Kartonseitenwänden in beeindruckende Fotos fassen. Diese wiederum können als Vorlage für eigene Zeichnungen oder Kunstwerke dienen. So entstehen nicht nur individuelle Versionen eines Gemäldes, die weit über das bloße Kopieren hinausgehen. Das »Erleben« und die »Neuinszenierung« laufen parallel und ergänzen sich, der Bildbestand wird kreativ und spielerisch interpretiert, das Original – schon beim nächsten Museumsbesuch – bewusster wahrgenommen.